Wie Bindung gelingt!

Was sind die Voraussetzungen für eine sichere Bindung?

Wie kann ich die Entwicklung der Bindung zu meinem Baby fördern?

Kann man als Mutter oder Vater eigentlich aktiv dazu beitragen, mit seinem Baby eine sichere Bindung aufzubauen? Ja!

Denn eine sichere Bindungsbeziehung beginnt mit der Feinfühligkeit der Eltern. Für diese Feinfühligkeit gibt es eine klare Definition von Mary Ainsworth, die durch ihre ausgiebige Forschung in diesem Bereich maßgeblich zum Verständnis des Bindungsverhaltens beigetragen hat. Diese lautet, dass die Bezugsperson dann feinfühlig ist, wenn sie aufmerksam gegenüber den Signalen ihres Kindes ist, diese Signale richtig interpretiert und prompt und angemessen darauf reagiert.

Klingt nach „Verwöhnen“? Nein, die Feinfühligkeit der Eltern hilft dem noch unerfahrenen Baby, seine eigenen Zustände zu verstehen und es lernt, was man gegen diese tun kann, um sich dann wieder besser zu fühlen. Es lernt also in den ersten Monaten durch viele, viele kleine Erfahrungsmomente, und aus dem Verhalten der Eltern, wie es mit seinen Zuständen und Gefühlen zurecht kommt.

Das sieht man daran, dass es sich im Laufe der ersten Monate immer schneller und leichter beruhigen lässt, wenn es aufgebracht ist (besondere Zustände wie Schmerzen oder Krankheit mal ausgenommen). Und braucht die Eltern in Folge immer weniger – nicht noch mehr! – um seine inneren Zustände zu regulieren. Es hat nämlich durch die vielen kleinen Lernmomente, und die Hilfe der Eltern gelernt, wie „beruhigen“ geht.

Eine wichtige Voraussetzung seitens der Eltern ist also, dass sie sich in ihr Kind hineinversetzen zu können, um zu erspüren, was es braucht. 

Dazu müssen sie mit dem Baby in einen Dialog treten. Das Gelingen dieses Dialogs hängt  jedoch davon ab, wie klar und eindeutig sich beide – also Eltern UND Kind – ausdrücken können, wie die Antwort beim Gegenüber – wieder Eltern UND Kind – ankommt, und wie passend und verständlich wiederum die Reaktion – Sie ahnen es, von Eltern UND Kind –  darauf ist. Das ist Interaktionsverhalten, und dieses ist der Grundstein für das Bindungsverhalten.

Sind die Ausdrucksmöglichkeiten bei den Eltern durch die eigenen Bindungserfahrungen verzerrt, oder jene des Kindes durch sein Wesen (Genetik, vorgeburtliche „Prägung“, Krankheit, …) schwer zu verstehen, kann dieser Dialog schwierig werden.

Mehr zu dem Einfluss elterlicher Bindungserfahrungen
finden Sie hier! 

Wie gelingt Bindung also
Indem Eltern mit dem Baby häufig in Dialog treten und verlässlich aus Sicht des Kindes handeln. Je unverstellter diese Sicht ist (weil man sich seiner eigenen Bindungsgeschichte bewusst ist und die eigenen Schwachstellen im Dialog versteht), desto besser wird das seitens der Eltern gelingen, und desto wahrscheinlicher wird eine sichere Bindungsbeziehung möglich. 

Ist Ihr Baby schwer zu verstehen, können wir gemeinsam dafür sorgen, seine Botschaften zu entschlüsseln.

Auch wenn Sie den Eindruck haben, Ihr eigenes Verhalten hemmt diesen Dialog manchmal, kann ich Sie unterstützen.

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