Vom Umgang mit Gefühlen

"Jetzt hör mal auf so rumzuspinnen!"

"Warum heulst du nun schon wieder?"

Wenn man erschöpft oder genervt ist, verspürt man mitunter den Impuls, dem Kind solche Sätze zu sagen. 

Jedoch: Vermeiden Sie das bitte so oft es möglich ist. 

Warum?

Weil Gefühle, wie zB Wut, etwas Wichtiges sind!
Und es für die emotionale und psychische Gesundheit besser ist, einen verantwortungsvollen Umgang damit zu lernen, als zu lernen, wie man sie bestmöglich unterdrückt.

Wenn wir beim Beispiel Wut bleiben: 
Diese geht nicht weg, wenn man sie nicht mehr zeigen darf.

Sie zeigt sich dann nur anders!

Kinder äußern ihre Wut dann leise durch
zB Rumtrödeln, nicht reagieren, absichtlich verstecken, etwas anstellen…

Bei Erwachsenen kennt man dieses Verhalten unter „passiv-aggressiv“, und man kann sich vermutlich ausrechnen, dass Kinder, die den Zugang zu ihren Gefühlen unterdrücken, auch als Erwachsene keinen Zugang mehr dazu finden

Erlernt ist erlernt und kann nicht so leicht abgelegt werden.

Statt dem Kind also seine Wut zu verbieten, benennen Sie das Gefühl. Das Kind weiß nicht, was gerade mit ihm los ist, es spürt nur den brodelnden Vulkan in sich.

Beispiel: Ihr Kind (2) schmeißt wütend Legosteine durch die Gegend und kreischt.

Statt es nur zu schimpfen weil es mit den Legosteinen rumschmeißt, versuchen Sie auch zu verstehen, wie die Situation entstanden ist. Ärgern Sie sich nicht auch, wenn etwas nicht klappt? Eben.
Also ergänzen Sie noch so etwas wie:
„Du bist gerade wütend, hm? Vielleicht weil dein Lego-Turm immer wieder umfällt? Versuchen wir es gemeinsam nochmal?“

Was nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit passiert, wenn man immer wieder den beobachteten Zustand benennt (in diesem Fall „wütend sein“), ist, dass das Kind im Laufe der Zeit, und mit der sich entwickelnden Sprache, irgendwann statt zu schreien und mit Legosteinen zu werfen, von sich aus sagt: „Ich bin sooooooo wütend!!! Der blöde Turm fällt immer wieder um! Bitte hilf mir, Mama!“

 

Das gilt auch für „traurig sein“ (anstatt: „Hör doch auf zu weinen!“), Angst und ähnliche Situationen.

Lernen Sie Ihrem Kind besser, wie der Zustand, den es gerade in sich hat, heißt! 
Dann kann es sich irgendwann verständlich mitteilen, und muss nicht wild um sich schlagen oder sich komplett in sich zurückziehen und verstummen, wenn es ein Problem hat. Und auch nicht sein restliches Leben damit kämpfen, die eigenen Bedürfnisse verlässlich wahrnehmen und zeigen zu können.

Eltern machen nicht immer alles richtig, davon trägt das Kind aber keinen Schaden davon.

Wichtig ist nur, dass Sie es öfter richtig, anstatt nicht richtig, machen. Und einen Ausweg suchen, wenn die Situation droht zu eskalieren.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, diesen Ausweg zu finden!

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